Leben

Ein Gedenkstein für Hermann Levy

Wer zu Fuß im Hennefer Zentrum unterwegs ist, stolpert neuerdings vielleicht über Hermann Levy. Und das ist der Grund: Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde wurde von den Schikanen der Nationalsozialisten in den Freitod getrieben. Nachdem bereits die Straße, die zum jüdischen Friedhof in Geistingen führt, nach ihm benannt wurde, hat der Künstler Gunter Demnig nun einen Stolperstein im Zentrum Hennefs in den Boden eingelassen.

Levy, geboren 1860, war für über 50 Jahre Vorsitzender der jüdischen Gemeinde und Vorsitzender des Kriegervereins. Er wohnte in der Frankfurter Straße 67, die damals Adolf-Hitler-Straße hieß.

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht vor 80 Jahren haben der Ökumenekreis der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und die Stadt Hennef außerdem drei weiteren Familien gedacht, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden sind. Zu ihrem Gedenken wurden neun weitere Stolpersteine in Rott eingelassen.

An jedem dieser Orte wurde zum Gedenken an die Toten ein Kaddisch – eines der wichtigsten Gebete im Judentum – gesprochen.

Insgesamt wurden von Gunter Demnig zehn weitere Stolpersteine verlegt. Zusätzliche Veranstaltungen im September und November erinnern an die Nacht des 10. November 1938, in der auch die Synagoge in Geistingen niedergebrannt wurde.

Foto: Dominique Müller-Grote | Stadt Hennef