Wirtschaft

„Wir profitieren in verschiedenen Arten vom Internet.“

Bei der Premiere der Hennefer Wirtschaftsgespräche am 17. August dreht sich alles um das Thema „Gutes Internet – Böses Internet“. Über die Chancen, Risiken und Brücken des Internets diskutiert unter anderem auch Florian Zillger, geschäftsführender Gesellschafter der LABC-Labortechnik GmbH, mit auf dem Podium. Im Interview gibt er vorab einen Einblick auf die Rolle des Internets für sein Unternehmen.

Herr Zillger, bitte beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre Funktion.

Nach dem Abschluss der Ausbildung zum Bürokaufmann 2009 habe ich mich mit dem Onlineshop chemoLine.de selbstständig gemacht. Bei chemoLine verkaufen wir Fanartikel zum Thema Naturwissenschaften sowie Verbrauchsmaterial aus dem Labor an Endkunden. Bei chemoLine war ich als Gründer in der ersten Zeit Mädchen für alles, mit den Jahren habe ich neben der Geschäftsführung, hauptsächlich den Onlineshop sowie die Schnittstelle zu Amazon verwaltet. Natürlich war ich auch für die Produktauswahl verantwortlich. Seit Mai 2017 habe ich einen Mehrheitsanteil an de chemoLine GmbH verkauft und bin aus der aktiven Geschäftsführung ausgeschieden.

2015 bin ich als geschäftsführender Gesellschafter bei der LABC-Labortechnik Zillger GbR eingestiegen. Die LABC-Labortechnik ist ein regionaler Fachhändler mit eigener Entwicklung von Laborgeräten und Problemlösungen im Bereich der Probenvorbereitung. Darüber hinaus stellt die LABC-Labortechnik flexible Lösungen in den Bereichen Entwicklung, Lagermanagement, Logistik und After-Sales-Betreuung bereit. Die LABC-Labortechnik führe ich zusammen mit meinem Vater Werner, der das Unternehmen Ende der 80er Jahre zusammen mit Peter Ralf Müller gründete.

Aus der LABC-Labortechnik haben wir im September die LABC-Labortechnik GmbH mit dem Schwerpunkt der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von Produkten und Applikationen für die Migration oder Permeation von Stoffen gegründet. Die LABC-Labortechnik GmbH verkauft seine Produkte weltweit. Dadurch, dass unser Unternehmen rund 15 Mitarbeiter hat, bis ich letztlich für mehr oder weniger alles (mit-)verantwortlich. Schwerpunkte sind unter anderem für den Vertrieb sowie die Onlinepräsenz.

In welcher Form nutzen Sie das Internet für Ihr Unternehmen?

Als LABC-Labortechnik nutzen wir das Internet als Kommunikations- und Recherchetool. Die vielfältigen Anfragen unserer Kunden können wir mithilfe des Internets oft in weniger Minuten beantworten. Wir haben darüber hinaus zu den wichtigsten Lieferanten direkten Kontakt und können teilweise Verfügbarkeiten und Preise sofort einsehen. Über einen aktiven Onlineshop für unseren Handel verfügen wir aktuell noch nicht. Für unsere Eigenprodukte ist das Internet wichtigster Werbekanal. Über unsere Homepage migrationcell.com vermarkten wir unsere Produkte und finden weltweit unsere Kunden.

Wie profitiert Ihr Unternehmen durch das Internet?

Wir profitieren in verschiedenen Arten vom Internet. Als Händler in einer Branche, die weit mehr als 40.000 verschiedene Artikel und einer schier unendlichen Anzahl an benötigten Bio-/Chemikalien für die verschiedensten Anforderungen benötigt, ist das Internet unser Tool, um effektiv das Produkt zu finden, das unser Kunde braucht.

Darüber hinaus kann man nirgendwo besser und kostengünstiger werben als im Internet. Das ist für uns, als kleines Unternehmen mit einem geringen Werbebudget, eine gute Alternative zu teuren Messebesuchen rund um die Welt oder das Schalten von Werbeanzeigen in den Fachmedien. Wir schaffen es, unsere eigenen Produkte so schnell einer großen Masse an potenziellen Kunden vorzustellen. Wir schaffen es mit dem Internet für unsere Kunden sowohl in China als auch in Amerika via E-Mail ständig erreichbar zu sein und müssen unsere Telefonsprechzeiten nicht darauf abstimmen.

Welche Risiken für Ihr Unternehmen bringt das Internt mit sich?

Als regionaler Fachhändler stehen wir durch das Internet nicht mehr nur in Konkurrenz mit unserem Wettbewerber vor Ort. Das Internet gibt dem Kunden die Möglichkeit Preise einfach und ohne großen Aufwand zu vergleichen. Gerade bei Produkten die beratungsintensiv sind, ist es schwer die Dienstleistung „Beratung“ vom Kunden bezahlt zu bekommen.

Grenzen Sie sich mit dem Internet von Wettbewerbern ab?

Im Bereich Handel können wir uns nicht von unserer Konkurrenz absetzten, müssen wir auch nicht. Wir wollen mit Beratung und Kundennähe bei unseren Kunde punkten. Bei den eigenen Produkten entsteht die Abgrenzung dadurch, dass wir uns bewusst Nischen suchen, die wir dann mit viel Wissen und innovativen Produkten besetzten. Darüber hinaus ist es so, dass in den Bereichen Forschung und Entwicklung, wo unsere Produkte eingesetzt werden, vom Gesetzgeber oder anderen Institutionen Applikationen geschrieben werden, wie bestimmen Prüfungen zu machen sind. Ist ein Produkt hier definiert, dann kommen andere Kunden nicht darum herum, ebenfalls mit unseren Produkten zu arbeiten. Das gibt natürlich eine gewisse Sicherheit.

Welche Rolle spielt das Internet für Ihr Geschäft am Wirtschaftsstandort Hennef?

Wie oben bereits geschildert spielt das Internet für unsere Geschäfte verschiedene Rollen. Für einen Wirtschaftsstandort setze ich eine vernünftige Internetanbindung voraus. Für die Wahl „Hennefs“ als Standort für unser Unternehmen waren andere Faktoren, wie die gute Verkehrsanbindung via Autobahn, Bahn und auch Flughafen und nicht zuletzt die Nähe zu unseren Kunden entscheidend.

Was erwarten Sie sich persönlich von den Hennefer Wirtschaftsgesprächen?

Mich interessiert der Austausch mit den Kollegen. Wie nutzen sie das Internet, welche Probleme haben sie mit dem Internet und kann man vielleicht als Gemeinschaft Probleme lösen. Nach dem ich mich jetzt viele Jahre mehr oder weniger hauptberuflich mit dem Internet auseinandersetze gibt mir das in der täglichen Arbeit vielleicht neue Impulse.

Foto: privat

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