Politik

„Wir haben in Hennef eine Willkommenskultur“

Seit dem 1. August hat die Stadt Hennef eine Schlichtungsstelle als Vermittler zwischen der Verwaltung und den Flüchtlingen eingerichtet. Die beiden Ombudsleute Mehrnosh Jongbloed und Volker Kronenberger sind bereits seit längerem in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich aktiv. Wir nutzen die Gelegenheit, uns bei Mira Steffan, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, über die aktuelle Situation in Hennef zu informieren.

Frau Steffan, was waren die Gründe für den Rat, die Schlichtungsstelle einzurichten?

Die Schlichtungsstelle ist gedacht als unabhängige Anlaufadresse bei Fragen und Problemen, um bei den Rat- und Hilfesuchenden Berührungsängste zu verhindern.

Wie viele Flüchtlinge leben zurzeit in Hennef?

Zurzeit leben 431 Personen in Hennef, die sich im Asylverfahren befinden.

Erwarten Sie in nächster Zukunft die Ankunft weiterer Flüchtlinge?

Zurzeit hat die Stadt keine Zuweisungen. Wie die Zukunft aussieht, kann nicht seriös beantwortet werden.

Wie ist die Lage bei der Unterbringung „kommunaler“ Flüchtlinge – werden weitere Unterkünfte gesucht?

Die Notunterkunft in der Sporthalle am Carl-Reuther-Berufskolleg wurde am 30. April 2016 geschlossen, die Notunterkunft in der Turnhalle Am Kuckuck am 30. Juni 2016. Seit dem 1. Juli steht die Turnhalle Am Kuckuck kommunal zugewiesenen Flüchtlingen zur Verfügung, ist aber derzeit nicht belegt.

Außerdem wurde von der Stadt eine Gewerbehalle an der Reutherstraße im Gewerbegebiet Hennef-West angemietet. Hier werden Wohnboxen eingebaut sowie in einem benachbarten Gewerbegebäude Zimmer eingerichtet. Dort können künftig insgesamt rund 250 kommunal zugewiesene Flüchtlinge zentral versorgt werden.

Wie viele Asylantragsverfahren wurden bisher positiv entschieden?

Die Stadt führt dazu keine Statistik.

Nach unserem Eindruck klappt die Integration in Hennef ganz gut. Wie sind die Erfahrungen der Stadt?

Die Integration funktioniert in Hennef gut. Mit der interkulturellen Beratungs- und Begegnungsstätte der Stadt Hennef, Interkult genannt, sind wir gut aufgestellt. So helfen und unterstützen zum Beispiel die Integrationspaten, größtenteils selbst mit Migrationserfahrung, Flüchtlingen bei Sprachschwierigkeiten, geben Unterstützung und Orientierung im Alltag.

Ehemalige Lehrer unterrichten ehrenamtlich im Fach Deutsch, und es gibt das Projekt „Flüchtlinge in Arbeit“, bei dem es darum geht, Menschen auf das Arbeitsleben in Deutschland vorzubereiten und sie in Arbeit oder Praktika zu vermitteln. Ein weiteres Plus in Hennef ist die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen, die das gute Miteinander zwischen Hennefern und Flüchtlingen unterstützt.

Als der Flüchtlingsstrom letztes Jahr einsetzte, ist es der Stadt Hennef gelungen, nicht nur die Notunterkünfte für Flüchtlinge hervorragend zu organisieren. Auch die Spendenbereitschaft sowie das ehrenamtliche Engagement der Henneferinnen und Hennfer war und ist groß. Fazit: Wir haben in Hennef eine Willkommenskultur.

Foto: Marc C. Schmidt | HENNEF MAGAZIN

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