Wirtschaft

„Ohne Internet gäbe es mein Unternehmen nicht.“

Marc C. Schmidt

„Gutes Internet – Böses Internet“ lautet das Thema der ersten Hennefer Wirtschaftsgesprächen am 17. August. Als einer von vier Diskussionteilnehmer wird Marc C. Schmidt, Inhaber der Onlineagentur FRESH INFO +++ und Herausgeber des Hennef Magazins mit auf dem Podium vertreten sein. Für sein Geschäft ist das Internet existenziell, wie er im Interview vorab erläutert.

Herr Schmidt, beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre Funktion.

Mein Name ist Marc C. Schmidt, ich bin Gründer und Inhaber der Onlineagentur FRESH INFO +++, die, gegründet im Jahr 2000, inzwischen seit 13 Jahren in Hennef ansässig ist. Mit einem Team von Spezialisten produziere ich alle Arten von Inhalten für das Internet: Texte, Audio und Video für Webseiten, Blogs, Newsletter und Social Media. Außerdem bin ich Herausgeber des Hennef Magazins.

In welcher Form nutzen Sie das Internet für Ihr Unternehmen?

Ohne Internet gäbe es mein Unternehmen nicht: Seit ich als Jugendlicher einen Compuserve-Anschluss hatte, bin ich von der Onlinewelt fasziniert. Deshalb habe ich mich entschieden, von Anfang an konsequent auf die Produktion für das Netz zu setzen – und zwar ausschließlich darauf.

Wir experimentieren gerne auch mit neuen Medienformen und haben beispielsweise den ersten Podcast für Unternehmen in Deutschland produziert. Heute bespielen wir für unsere Kunden die gesamte Bandbreite an Inhalten. Und auch das Hennef Magazin ist ein Beispiel für diesen Weg. Ich halte lokale Nachrichten für sehr relevant, wollte für uns eine neue Spielwiese eröffnen und stelle fest, gerade in Verbindung mit Facebook kommt das Angebot auch gut an.

Wie profitiert Ihr Unternehmen durch das Internet?

Wir leben von und mit dem Netz. Einerseits sind die Inhalte dafür und unser Know-how darum unsere Einnahmequelle. Andererseits ermöglicht es uns, ziemlich orts- und zeitunabhängig zu arbeiten. Unser Team ist über ganz Deutschland verteilt – von Hamburg bis Freiburg – und nutzt so ziemlich alle technischen Möglichkeiten für und bei unserer täglichen Arbeit. Dabei haben wir das papierlose Büro schon zu 98 Prozent realisiert.

Welche Risiken für Ihr Unternehmen bringt das Internet mit sich?

Ich sehe vor allem zwei Risiken: Auf der einen Seite sind wir natürlich absolut von der Technik abhängig. Das beginnt bei der Internetverbindung und endet bei der Stromversorgung. Letztere lässt uns glücklicherweise so gut wie nie im Stich, aber die Verbindungsgeschwindigkeiten sind teilweise schon dramatisch schlecht. Dazu kommt, dass die Versorgung unterwegs und auch in Hotels teilweise immer noch unterirdisch ist.

Auf der anderen Seite müssen wir uns den Herausforderungen stellen, die das Netz mit sich bringt. Das Medium ist extrem schnelllebig, die Auf­merk­sam­keits­span­ne sinkt stetig und auch der Wettbewerb ist nur einen Klick entfernt. Da heißt es wach bleiben für neue Trends und diese gewinnbringend für unsere Kunden einzusetzen.

Grenzen Sie sich mit dem Internet von Wettbewerbern ab?

Mit dem Internet grenzen wir uns insofern vom Wettbewerb ab, dass unsere konsequente Ausrichtung uns einen Erfahrungs- und Know-how-Vorsprung vor klassischen Agenturen verschafft. Wir probieren beispielsweise viele Angebote, Geräte und Dienste erst einmal privat aus, diskutieren dann mögliche Anwendungsmöglichkeiten, die wir anschließend unseren Kunden vorschlagen.

Welche Rolle spielt das Internet für Ihr Geschäft am Wirtschaftsstandort Hennef?

Der Standort Hennef spielt nur für mich persönlich eine Rolle, da das Team ja wie beschrieben über die Republik verteilt lebt. Ich fühle mich hier in dieser jungen und wachsenden Stadt sehr wohl und schätze die gute Verkehrsanbindung, durch die ich unsere Kunden leicht erreichen kann. Und mit der Verbindungsgeschwindigkeit von 50 MBit/s kann ich auch leben.

Was erwarten Sie sich persönlich von den Hennefer Wirtschaftsgesprächen?

Ich freue mich darauf, in einem zwanglosen Rahmen andere Unternehmer aus der Stadt kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich denke, wir können branchenübergreifend alle von unseren Erfahrungen gegenseitig profitieren.

Foto: Henning Granitza | Photoetage.de

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