Wirtschaft

Nikolaos Tsousis: Unternehmer aus Hennef

Seit 1971 existiert in Hennef bereits das Familienunternehmen die „Badewanne“. Nikolaos und Veronika Tsousis haben die Bar im Jahr 2010 von den Eltern übernommen. Im Interview hat er uns einige Fragen über sein Unternehmen, das Rauchverbot und die Entwicklung in der Stadt beantwortet.

Woher kommt der Name „Badewanne“?

Hier war früher ein Sanitärhaus drin.

Und dann habt ihr eine Bar daraus gemacht?

Ja, hier war schon mal ein Gastronomiebetrieb, aber wir sind dann auf den Namen „Badewanne“ gekommen. Das war 1971.

Wie kam es denn zu der Gründung der Bar?

Meine Eltern haben sich in Leverkusen kennen gelernt, hatten damals bereits einen Bekannten in Hennef und sind dann durch einen Zufall auch nach Hennef gekommen. Damals war meine Mutter bereits schwanger mit mir.

War damals bereits klar, dass Du die Bar übernimmst?

Ja, ich wollte das immer machen.

Was glaubst Du, hebt diese Bar von den anderen hier ab, abgesehen vom Essen hier?

Es ist sehr persönlich hier. Also jeder wird mit Namen begrüßt. Wir haben hier 90 Prozent Stammgäste.

Hier wurden ein paar Dinge neu gestaltet. Was genau habt ihr verändert?

Viel verändert wurde nicht, wir wollten den Charakter beibehalten. Wir haben neue Lampen und mehrere Kleinigkeiten neu gemacht. Das Logo ist auch neu, sowie die Bänke und Tische. Wollten halt nicht viel verändern. Wir wollten es gerne zwischen modern und rustikal haben, sodass sich jeder wohl fühlt.

Wie viele Leute arbeiten hier?

Wir sind immer zu dritt.

Was hat sich von den Leuten und von der Stadt am meisten verändert?



Wir haben natürlich einen Generationenwechsel. Also die neue Generation ist hier, die alte kommt aber auch noch. Es ist eine gute Mischung zwischen Alt und Jung und jeder findet sich gut zu recht. Wir passen hier schon auf das Publikum auf, dass sich jeder wohl fühlt hier.

Was hat sich in der Stadt verändert?

Wir entwickeln uns vom Dorf zur Stadt. Früher kannte man jeden, heute gibt es immer mehr neue Gesichter. Ist halt eine sehr schöne Stadt.

Hier kann man nicht nur Trinken und Musik hören, ihr habt auch noch gutes Essen. Man kann zusammen sitzen oder tanzen. Wieso habt ihr euch nicht für eine klassische Bar entschieden?

Weil es langweilig ist. Man muss sich ja selber drin wohl fühlen. Wir wollten leckeres Essen und Getränke anbieten und dann müssen die Leute auch spaß haben. Nur rum sitzen und quatschen ist auch schön eine Zeit, aber dann willst Du auch mal ein bisschen tanzen oder schunkeln.

Badewanne_Hennef

Wie alt warst Du, als Du die Bar übernommen hast?

Ich bin eigentlich seit meiner Jugend hier drin mit meinen Eltern. So Anfang dreißig habe ich die Bar dann übernommen.

Du hast von Anfang an hier mitgearbeitet und nicht vorher etwas anderes gelernt?

Genau. Ich bin zur Schule gegangen und habe mitgeholfen, habe Abitur gemacht und trotzdem mitgeholfen – also immer. In einem Familienunternehmen hilft man ja immer mit, wenn es Arbeit gibt. Veronika hat ja auch mit geholfen. Sie war 19 als Sie hier gearbeitet hat. So haben wir uns auch kennengelernt.

Vorher war das hier ein Imbiss richtig?

Ja, da war alles zum Mitnehmen. Dann wollten wir uns verändern. Wir wollten also die Küche verändern, frische Sachen kochen und dass die Leute auch hier bleiben nach dem Essen. Ganz wichtig war, wir wollten etwas anbieten, was Hennef noch nicht hat. So kamen wir dann dazu: Essen, Trinken und Tanzen. Dann haben wir auch Partys gemacht, Mottoveranstaltungen. Das schlug sehr gut an. Zum Beispiel: Halloweenparty, Nikolaus, Nacht der Masken – hier hat jeder Gast eine Maske bekommen. Ostern gibt es immer Hässchen sucht Cowboy, dann bekommen die Gäste einen Hut oder Hasenöhrchen.

Draußen wolltet ihr auch noch etwas verändern. Was genau denn?

Draußen kommt eine Überdachung hin, dass man sich hier auch im Winter aufhalten kann.

Hast Du durch das Rauchverbot eine Änderung fest gestellt?


Nur das wir jetzt besser atmen können. Also die Leute rauchen auch weniger. Sie gehen kurz raus und kommen wieder rein. Ansonsten nichts.

Wenn Du Bürgermeister von Hennef wärst, was würdest Du ändern wollen?

Was unser Bürgermeister macht, macht er vernünftig. Er hat Investoren nach Hennef geholt. Die Stadt entwickelt sich seit er sie übernommen hat. Ich finde die Entwicklung sehr gut, positiv. Besser als Siegburg. Die haben die Fußgängerzone in der Kaiserstraße. Du stutzt dem Einzelhandel die Flügel. Die Leute wollen vor dem Laden parken, hier in Hennef ist das möglich.

Fotos: Luna Garcia | Hennef Magazin

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