Leben

Interview mit der Bloggerin Anja Bolz

Anja Bolz ist Henneferin und betreibt den Foodblog „Paulas Frauchen“. Hier finden ihre Leser viele Rezepte zum nach Backen und Kochen. In einem Interview erzählte sie uns, wie es zu dem Blog kam und woher sie ihre Motivation und ihre vielen Ideen nimmt.

Anja, worum geht es in Deinem Blog „Paulas Frauchen“?

Also mein Blog ist thematisch eher fest gelegt. Ich habe einen Foodblog. Also alles was mit dem Thema backen zu tun hat. Auch kochen, das hat sich so entwickelt. Nur backen nur süßes geht irgendwann auch nicht mehr, deshalb hat mein Mann mich dann gebeten noch mal was zu kochen und so kamen dann gekochte Gerichte dazu. Das hat sich so entwickelt. Ich habe immer gerne gebacken. Irgendwann waren das so viele Rezepte, dass es ganz chaotisch wurde. Dann dachte ich, ich könnte meine Rezepte mal elektronisch aufnehmen, dann dachte ich, könnte ich ja auch einen Blog daraus machen.

Viele meiner Freundinnen wollten meine Rezepte haben, die habe ich damals immer per Mail verschickt und ich wurde gebeten, sie doch mal so schreiben, dass sie die sehne könnten. So kam das. Dann habe ich angefangen mit dem Blog, mir hat es auch sehr viel spaß gemacht. Irgendwann habe ich mir eine neue Kamera geholt, weil mir die Bilder nicht mehr gefielen – man wird ja immer anspruchsvoller. Dann kam gutes Feedback, was mich dann angespornt hat. Ich habe also nicht gesagt „So, ich mache jetzt einen Foodblog“, dass war eigentlich mehr für mich. Ein reines privat Vergnügen.

Wie war das bei Dir mit dem technischen Know-How?

Ich habe einen Mann der sehr begabt ist und Internetseiten aufbauen kann. Wir haben mal ein Jahr in Berlin gewohnt. Damals habe ich auch für meine Freunde einen Blog erstellt, also um zu berichten, was ich da mache. Aber das meiste habe ich mir selber beigebracht.

Woher nimmst Du die Ideen für Deinen Blog?

Von allem was ich aufnehme. Von morgens über den Markt gehen, gucken was gibt es grade für tolles Obst, tolles Gemüse. Natürlich von allem was ich in Zeitschriften sehe also Backzeitschriften. Es gibt auch Foodblogger ohne Ende. Es ist ein unendlicher Fundus, ich staune da immer nur. Immer mehr auch im Internationalen Bereich. Ich liebe Cheesecake also sehr, dann muss ich natürlich schauen, was machen die in Amerika da rein oder was ist der neue Dutch-Cheesecake. So bekomme ich immer mehr neue Ideen.

Wie viel Zeit nimmt Dein Blog in Anspruch?

Ich würde sagen ein bis zwei Stunden am Tag, brauche ich für den Blog. Es ist für mich ein Hobby, was mir sehr viel spaß macht. Von früher jeden zweiten Tag etwas schreiben, zu heute jeden Tag etwas schreiben – aber es ist immer noch Hobby und überschaubar.

Anja Bolz

Anja, auf welchem Weg hast Du die meisten Deiner Leser erreichen können?

Ich war noch nie bei einem Bloggerevent, noch nie auf einer Messe und bin auch nicht besonders gut vernetzt. Ich denke bei mir kommt das mehr über Rezeptbuch und solche Geschichten. Da kann man seine Rezepte online stellen. Blogstars ist auch so eine Seite, wo man seine Sachen vorstellen kann.

Weißt Du woher die meisten Deiner Leser kommen, kommen vielleicht die meisten sogar aus Hennef?

Fände ich spannend das mal nach zu schauen.

Wie viele Leser hast Du im Schnitt?

Monatlich 15.000 ungefähr.

Denkst Du, dass man in Hennef auch Veranstaltungen für Blogger machen könnte und sollte?

Da ich noch auf keiner war, würde ich das begrüßen, würde ich mir das gerne mal angucken und vielleicht auch gerne klein einsteigen dann mit Hennef zusammen.

Wie motivierst Du Dich Deinen Blog immer weiter zu führen?

Meine Motivation ist ganz klar: Ich möchte ein Café eröffnen. Das war schon immer mein Traum. Ich wohne auf dem Land, auf einem ehemaligen Bauernhof. Wir haben eine wunderschöne Scheune. Wir haben schon lange überlegt, was wir da mal machen sollen und es war immer mein Traum da mal ein Café rein zu machen, mit Siebengebirgsblick. Im Moment gedeiht das. Also ich habe jetzt einen Bauantrag bei der Stadt Hennef laufen. Wir haben jetzt angefangen zu entrümpeln und abzureißen was weg kann und hoffen dieses Jahr zu bauen, dann habe ich Ende nächsten Jahres mein Café zu eröffnen.

Wir wohnen zwischen Söven und Westerhausen. Bei uns an der Straße kommen unheimlich viele Biker vorbei, viele Ausflügler, so viele die mit ihren Hunden spazieren gehen. Da hören wir auch immer „Mensch, es müsste hier auf dem Land mal irgendetwas geben, man muss immer nach Bonn fahren“. Vorher habe ich in Köln gewohnt, da gibt es jede Menge Cafés, aber hier doch recht wenig. Deswegen habe ich ganz viel Motivation, ganz viel zu backen und zu schauen, welche Rezepte wie an kommen. Um dann später auch einen Fundus zu haben. Das soll dann zukünftig auch so sein: Wer zu mir kommt, kann auf meinem Blog dann nach den Rezepten gucken und die zu Hause nach backen.

Was stellst Du Dir denn für ein Café vor? Etwas rustikales, wenn Du von einer Scheune sprichst?

Es ist ein Mischmasch. Also in einer alten Scheune wird ein neumodischer Bau rein gesetzt. das Tragwerk wird man von Innen leider nicht sehen können. Es ist ein Bauernhof aus den Sechzigern. Aber es ist wunderschön auf dem Land, rundherum Feld, Wald und Wiesen, mit einem Wahnsinns Blick. Ich habe Hühner, die Kinder gucken können, Kaninchen, Hund, Kühe grasen drumherum. Es wird was für Kinder zum spielen geben. Mein Sohn ist acht, der freut sich schon total, dass dann mehr los ist bei uns auf dem Hof. Es wird mit Möbeln aus dem Secondhandbereich gemacht, aber ein bisschen aufgehübscht.

 

Fotos: Anja Bolz

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