Wirtschaft

„In unserer Szene ist das Internet ein fester Bestandteil.“

Bei den Hennefer Wirtschaftsgesprächen am 17. August lautet das Thema „Gutes Internet – Böses Internet“. Über die Chancen, Risiken und Brücken des Internets als lokaler Absatzmarkt diskutiert unter anderem auch Anton Gillert, Geschäftsführer der DruckWege GbR, mit auf dem Podium. Im Interview zeigt er vorab seinen Standpunkt.

Herr Gillert, bitte beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre Funktion.

Wir sind DruckWege! Florian Reil und ich haben vor ca. 2,5 Jahren das Unternehmen gegründet und mit der GbR die schnellste Umsetzung der Firmenform gewählt. Seither sind wir als GbR unterwegs, aber entwickeln unser Hennefer Start-Up stetig weiter. Unser Fokus liegt auf dem 3D-Druck. Mit Dienstleistungen und eigenen Rohstoffentwicklungen bieten wir Wege für den 3D-Druck: DruckWege halt.

In welcher Form nutzen Sie das Internet für Ihr Unternehmen?

Wir haben in den letzten zwei Jahren stetig an unserem Webauftritt gearbeitet und seit zwei Jahren einen Online-Shop in dem wir spezielle Produkte für den 3D-Druck anbieten. Hierüber vertreiben wir UV-sensitive Harze, Reperaturkits, Thermoplaste und Schutzausrüstung.

Wir sind auch in diversen Online-Dienstleisteregister vertreten und erhalten dadurch Anfragen und Aufträge. Ferner sind wir mit den sozialen Medien verwoben, um die Szene zu beobachten, aber auch um zu akquirieren. Neben einem neuen Online-Layout seit dieser Woche, verschicken wir außerdem regelmäßig Newsletter an unsere Kunden.

Wie profitiert Ihr Unternehmen durch das Internet?

Bevor wir ein Netzwerk von Kunden und Partnern hatten, war das Internet unsere größte Chance, Kontakte herzustellen. Der 3D-Druck hat keine klassische Laufkundschaft, welche Aufträge oder Einkäufe spontan tätigt. Unser Schaufenster ist definitiv das Netz – wenn es um unsere Rohstoffe, wie Harze, Harzbehälter oder ähnliches im Verbrauch bei der Verwendung von 3D-Druckern geht.

Wir haben mittlerweile einen größeren Maschinenpark, den wir vor allem auch für Druckaufträge von Kunden nutzen. Hier bedienen wir Mittelständler, Industrie, Künstler und Entwickler geleichermaßen. Dabei spielt das Internet tatsächlich eine passive Rolle in der Vermarktung unserer Leistungen. Die Überzeugung, dass die Dienstleistung gekauft wird, erfolgt am Telefonat oder im persönlichen Gespräch bei uns in der Werkshalle.

Welche Risiken für Ihr Unternehmen bringt das Internet mit sich?

Wir geben Ideen preis, die sich einen anonyme Masse anschauen kann. Unser Produktvorteil und eine Neuheit kann sich bereits im Internet aus der Ferne angeschaut werden. Wir haben da keinen Einfluss drauf. Ein anderer Punkt ist sicher auch, dass beim stetigen Blick in die Ferne durch das Internet, schnell der Blick für das Lokale verloren geht. Also gibt es Bedarf für 3D-Druck in Hennef, im Rhein-Sieg-Kreis.

Grenzen Sie sich mit dem Internet von Wettbewerbern ab?

In unserer Szene ist das Internet ein fester Bestandteil. Experten tauschen sich im Internet aus. Überregionale Produktions- oder Rohstoffbedarfe werden über das Internet gestellt. Der 3D-Druck lebt ja ein Stück weit von der Ortsungebundenheit. Daten verschicken und herstellen wo sie gebraucht werden. Wir müssen das Internet nutzen, weil die Technologie es erfordert.

Welche Rolle spielt das Internet für Ihr Geschäft am Wirtschaftsstandort Hennef?

Am Standort Hennef spielt es eine relative kleine Rolle. Follower bei Twitter, Facebook, Google+ stammen von Überregional. Die meisten Aufträge in direkter Nähe, sagen wir mal 50km und Umgebung, kamen durch direkte Kontaktaufnahmen, Messen, aber auch der Artikel im Hennef Magazin!

Was erwarten Sie sich persönlich von den Hennefer Wirtschaftsgesprächen?

Wir wollen zeigen, dass Hennef auch neue Technologien kann: 3D-Druck in Hennef. Ich meine das hat schon was. Wir sehen das Internet als gut im Sinne der Möglichkeiten, aber auch als schlecht im Sinne einer Hoffnung sich passiv mit Hilfe des Netzes entwickeln zu können. Das Persönliche, der direkte Kontakt mit Kunden ist für uns am wichtigsten.

Foto: Marc C. Schmidt | Hennef Magazin

Ihr Kommentar