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Horstmannsteg: Gespräche über Neubau ergebnislos beendet

Die Gespräche zwischen dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Stadt Hennef über den Neubau des Horstmannsteg wurden ergebnislos beendet. Trotz Kompromissvorschlägen seitens der Stadt hält die Umweltschutzorganisation an ihrer Klage gegen den Neubau fest. So bot die Stadt unter anderem an, die Zahl der Tragseile von fünf auf drei zu reduzieren, diese noch einmal zu verstärken und mit Vogelschutz-Reflektoren auszustatten. Zusätzlich sollten die Brückenfundamente tiefer gegründet werden, um später so genannte Nebenstromgerinne anlegen zu können, in denen sich die Sieg frei bewegen kann.

„Das ist bedauerlich,“ kommentiert Bürgermeister Klaus Pipke das ergebnislose Ende der Gespräche in einer Mitteilung. „Natürlich halten wir am Bau an sich fest, eine Neuplanung würde die Kosten ganz massiv in die Höhe treiben und der Ausgang eines neuen Genehmigungsverfahrens ist ungewiss. Aber ich möchte auch ganz klar sagen, dass wir weiterhin zu Gesprächen über konkrete Punkte der Planung bereit gewesen wären.“

Die neu geplante Brücke zwischen Allner und dem Zentralort ist hochwassersicher und barrierefrei, und sie berücksichtigt laut Angaben der Stadt die Belange des Natur- und Umweltschutzes. „Wir haben bei der Neuplanung der bestehenden Brücke, alle rechtmäßigen Verfahrensschritte eingehalten und alle Beteiligten einbezogen. Auch der BUND war eingebunden. Auf Hinweise des BUND haben wir sogar die Ausführung der Brücke angepasst“, erläuterte Pipke bereits im April.

Nach einer Informationsveranstaltung des Heimat- und Verschönerungsverein Allner und der Werbegemeinschaft Hennef wurden die Gespräche jetzt auf Initiative des Bürgermeisters und des Umweltdezernenten des Rhein-Sieg-Kreises fortgesetzt. Zuvor hatte der BUND im Dezember 2016 eine Klage gegen den Rhein-Sieg-Kreis mit aufschiebender Wirkung eingereicht, die Stadt Hennef verlor damit das Baurecht.

ERGÄNZUNG

„Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, weil das Interesse der Gegenseitige nicht darauf ausgerichtet war, die sich im Gelände ergebenden Probleme und die Rechtskonflikte grundsätzlich aufzulösen, sondern an der Fehlplanung in den Grundzügen festzuhalten. Es fehlte die Bereitschaft, eine neue Planung abzustimmen und damit eine rechtssichere Variante aufzubauen,“ kommentiert Achim Baumgartner, Sprecher der BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg, das Ende der Gespräche.

Aus Sicht der Umweltschützer käme als Alternative auch ein Brückenneubau auf der alten Trasse des Horstmannstegs als Trog- oder Balkenbrücke in Frage. Die vom Bauausschuss der Stadt Hennef beschlossene Planung sei übergroß, teuer und unverträglich, fasst Baumgartner in einer Mitteilung die Konfliktlage zusammen.

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