Politik

Hennef nimmt kurzfristig 148 Flüchtlinge auf

Knapp 150 zusätzliche Flüchtlinge leben seit einer Woche in Hennef. Die meisten haben eine sehr lange Reise hinter sich: Sie kommen aus verschiedenen afrikanischen Staaten, dem nahen und mittleren Osten und vom Balkan. Dort haben sie ihre Heimat aufgegeben, oft beschwerliche und gefährliche Wege auf sich genommen, mit der Hoffnung an einem anderen Ort in Frieden, Freiheit und Sicherheit zu leben. Knapp ein Drittel der jetzt in Hennef eingetroffenen Menschen ist unter 18 Jahre alt.

Notunterkunft in einer Turnhalle

Die Flüchtlinge wurden kurzfristig in der zur Notunterkunft eingerichteten Turnhalle „Am Kuckuck“ untergebracht. Dort stehen neben 150 Feldbetten auch Essenplätze in Form von Biertischgarnituren bereit; außerdem wurden Spielecken für Kinder und Gebetsräume geschaffen. Die Betreuung vor Ort wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und den Integrationspaten der städtischen Interkulturellen Begegnungs- und Beratungsstelle INTERKULT übernommen; letztere haben selbst Migrationserfahrung. Die medizinische Versorgung leisten das DRK und die Ärzte aus der Stadt. Deutschkurse bieten INTERKULT und die Volkshochschule an.

Notunterkunft
Foto: Pressestelle Stadt Hennef

Immer noch kursieren Gerüchte, die Flüchtlinge erhielten ein „Begrüßungsgeld“, was jeder Grundlage entbehrt. Tatsächlich bekommen sie Grundleistungen in Form von Sachleistungen und ein Taschengeld für die persönlichen Bedürfnisse im Alltag. Für Erwachsene sind das wöchentlich 30 Euro, für Kinder 15 Euro.

Positive Resonanz der Bürger

Über seine persönlichen Erfahrungen mit Flüchtlingen hat letzte Woche Sascha Harnischmacher in einem Facebook-Post berichtet. Der Fußballspieler und Junioren-Trainer vom SV Allner-Bödingen schildert eindrücklich, wie er seit Anfang des Jahres einem neunjährigen Mädchen aus Ägypten hilft, die deutsche Sprache zu erlernen. Bis jetzt bekam der Beitrag mehr als 240 Gefällt-Mir-Angaben und wurde mehr als 30 mal geteilt – unter anderem von der Stadt selbst.

FB-Post_ Sascha
Screenshot Facebook

Laut Dominique Müller-Grote, Pressesprecher der Stadt Hennef, ist die Resonanz aus der Bevölkerung positiv. „Im Bürgertelefon kommen fast ausschließlich positive Anrufe und Hilfsangebote an, extrem wenige Beschwerden; statistisch nicht der Rede wert.“ Auch nennenswerte Zwischenfälle sind ihm seither nicht bekannt. Vor Ort ist ein Wachdienst präsent, der bei Bedarf auch die Polizei einschaltet.„Es ist vorgekommen, dass wenige einzelne Personen auffällig wurden, aber die weitaus meisten sind friedlich und wollen ihre Ruhe. Insofern kann man sagen, dass es alles in allem in und rund um die Unterkunft friedlich zugeht,“ so Müller-Grote.

Unterstützung erwünscht

Weitere Unterstützung ist erwünscht: So können beispielsweise Kleiderspenden zwischen Montag dem 24.08. und Freitag dem 28.08. jeweils von 16 bis 18 Uhr in der Sammelstelle im DRK Zentrum (Josef-Dietzgen-Straße 20) abgegeben werden. Benötigt werden Damen-, Herren- und Kinderkleidung sowie neuwertige Unterwäsche, Sportkleidung, Sportschuhe und große Handtücher. Zusätzlich helfen Angebote, die den Menschen Beschäftigung geben. Hier sind vor allem die Vereine angesprochen, die beispielsweise sportliche Aktivitäten anbieten könnten.

Update: Vorerst Spendenstopp

Wie die Stadt Hennef mitteilt, sind an den ersten beiden Tagen derart viele Spenden abgegeben worden, dass die Kapazität der Fahrzeughalle des DRK-Zentrums ausgeschöpft ist. Die Kleider werden nun gesichtet und anschließend an die Flüchtlinge weitergegeben. Weitere Spenden werden zunächst nicht benötigt. Die Stadt und das DRK Hennef bedanken sich für die große Bereitschaft der Bürger.

Artikelfoto: Rike / pixelio.de

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