Leben

Frisch aus der Klosterkirche: Die neuen Küchengötter

Joel Ellenberger und Daniele Tortomasi ziehen ins Finale von "Koch des Jahres" ein

Sie sind jung und kochen gut: Joël Ellenberger (Brenners Parkrestaurant**, Baden-Baden, rechts im Bild) und Daniele Tortomasi (Schwarzwaldstube*** im Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn, links) sind beide erst 23 Jahre alt – und belegten beim 3. Vorfinale des Live-Cooking-Wettbewerbs Koch des Jahres am 3. April in der Klosterkirche den ersten und zweiten Platz. Der Kölner Ivan Prieto Caneda (Landhaus Kuckuck*) gewann den Sonderpreis „The dish above and beyond” für das beste Foodpairing mit Rum.

Der Sieger Joël Ellenberger und der Zweitplatzierte Daniele Tortomasi werden am 9. Oktober auf der weltweit größten Ernährungsmesse Anuga im Finale um den Titel und Preisgelder in Höhe von 14.500 Euro kochen. Fünf Stunden Zeit hatten die Kandidaten zum Zubereiten ihres 3-Gang-Wettbewerbs-Menüs für sechs Personen mit einem Warenwert von höchstens 16 Euro.

„Joël Ellenberger hat die stimmigste Menükreation präsentiert“, kommentiert der aktuelle Koch des Jahres und Jurymitglied Stefan Lenz die Entscheidung. Der erst 23-jährige Demichef de Partie aus der Schweiz (Winterthur) überzeugte mit einer Vorspeise, bei der Topinambur als Hauptkomponente in verschiedenen Variationen zum Einsatz kam. Zum Hauptgang servierte er Zweierlei von der Taube und rundete das Menü mit seinem Dessert aus Yuzusorbet ab.

Klosterkirche als kulinarischer Marktplatz

Buntes Treiben an Marktständen, Workshops und Live-Cooking – die Klosterkirche Hennef bot eine einmalige Kulisse für das Rahmenprogramm. Dabei ging es viel um Revolution und das Brechen mit Traditionen: Maximilian Lorenz und Sebastian Franke zeigten, wie sie mit ihrem Restaurant Pigbull BBQ Streetfood auf Sterne-Niveau kreieren. Julia Sedefdjian, eine der jüngsten Sterneköchinnen Europas vom Les Fables de la Fontaine* (Paris) präsentierte trendige „Hipster“-Elemente und zum Show-down kochte das Team des Revolutionstempels „Nobook“ (Barcelona) „Die Passion Christi“: ein Teller mit biblischen Elementen wie essbaren Nägeln und Rinderherz. Der dazu gereichte Cocktail „Bloody Rose“ spielte auf die Wiederauferstehung Christi an: Eine Rose wurde in das blutrote Getränk getaucht.

Foto: Melanie Bauer Photodesign

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