Politik

Fehlende Schulplätze für Hennefer Kinder

Nach derzeitigem Stand wird im kommenden Schuljahr nicht jedes Kind aus Hennef einen Platz an einer weiterführenden Schule in der Gemeinde erhalten. Wie aus einer Anfrage an den Ausschuss für Schule und Inklusion hervorgeht, haben derzeit 15 Hennefer Grundschüler noch keinen weiterführenden Schulplatz. Die Verwaltung berate die Eltern und bemühe sich um eine Vermittlung der Kinder an Schulen in den Nachbarkommunen.

Ursache für die fehlenden Plätze sei die Differenz zwischen Aus- und Einpendlern in Hennef. In den letzten Jahren sei deren Zahl ziemlich ausgeglichen gewesen, so dass ausreichend Plätze an den städtischen Schulen für die Hennefer Kinder zur Verfügung standen. In diesem Jahr sei aber die Zahl der Auspendler erheblich zurückgegangen.

Für Norbert Spanier, SPD-Fraktionsvorsitzender, war das Problem absehbar: So habe seine Fraktion bereits im November auf diese Gefahr hingewiesen und entsprechende Maßnahmen gefordert. „Die Warnungen der SPD-Fraktion und der Grundschulen wurden ignoriert. Diese krasse Fehlplanung müssen jetzt 15 Kinder und Familien damit bezahlen, dass sie weite Schulwege in Nachbarkommunen auf sich nehmen müssen,“ kritisiert Spanier.

Am kommenden Mittwoch tagt der Ausschuss für Schule und Inklusion und wird sich mit der aktuellen Situation und einem Antrag beschäftigen, für das Anmeldeverfahren im kommenden Jahr per Beschluss Hennefer Kinder an den städtischen Schulen zu privilegieren.

Foto: Jens Weber / pixelio.de

6 Kommentare

  • Naja, wenn schon nicht für alle Kinder ein Kita-Platz da ist, wieso sollte dann für alle Kinder ein Schulplatz da sein? Scheinbar ist man derzeit arg überrascht, wie viele Kinder/Jugendliche in Hennef leben …

    • Hallo Herr Emrich,
      das ist ein berechtigter Einwand. Bisher wurde immer mit „Erfahrungen durch Aus- und Einpendlern“ argumentiert. Wir sind gespannt, was bei der Sitzung des Stadtrates am Mittwoch passiert und werden berichten.

  • Das hat meines Erachtens nichts mit Aus- und Einpendlern zu tun, sondern schlichtweg mit der Tatsache, dass man durch die Abschaffung von Real- und Hauptschule mit vorher jeweils 5 – 6 Klassen und Schaffung der neuen Gesamtschule mit 6 Klassen ein Manko von mind. 120- 150 Schulplätzen erzeugt hat….

  • Eine sachliche Darstellung für ein echtes Problem. Wir wären fast selber davon betroffen gewesen und ich möchte nicht in der Haut der Eltern stecken, die Ihre Kinder nun in benachbarten Kommunen unterbringen müssen. Bei uns hat dieses Thema für schlaflose Nächte gesorgt. Der Schulweg ist die eine Sache und wie ich meinem Kind erklären soll, dass es auch an der 2. Schule nicht angenommen wurde, eine andere. Da kann ich 1000 mal sagen „das hat nichts mit dir zu tun“….ein 9jähriger versteht das noch nicht.

    Es ist unfassbar, dass hier – vor Ort – angesiedelte Kinder bis nach Siegburg, St. Augustin, eventuell sogar Bonn müssen….es wohnen ja nicht alle in Hennef zentral.

    Wir haben noch mal Glück gehabt, aber wir fühlen mit den Eltern und Kindern mit, die nicht berücksichtigt werden konnten.

  • Es ist ja nicht so, dass nicht genügend Plätze da wären sondern diese an Schüler aus anderen Gemeinden vergeben wurden. Der weitere Schulweg ist die eine Sache, die andere und weitaus schlimmere ist doch, dass die Kinder aus Ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, wenn sie unfreiwillig auf eine andere Schule als alle anderen bisherigen Klassenkameraden, Freunde und Nachbarkinder, müssen. Da bekommt das aktuell diskutierte Thema „Integration“ nochmal eine weitere Nuance. Da würde ich mal sagen eine Zukunft in der Stadt Hennef hat sich bereits mit dem 9. Lebensjahr erledigt.
    Gut finde ich, dass dieses Thema doch recht zügig an den richtigen Stellen gelandet ist , inakzeptabel aber, dass es für ca. 15 Kinder zu spät sein soll. Auch für diese Kinder ist meiner Meinung nach eine Lösung zu schaffen und zwar in der eigenen Stadt.

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