Wirtschaft

„Das Internet ermöglicht uns Arbeit und Familie zu verbinden.“

Als fünfte Diskussionsteilnehmerin beteiligt sich Anja Merten am 17. August bei den Hennefer Wirtschaftsgesprächen zum Thema „Gutes Internet – Böses Internet“. Die Inhaberin im Büro merten architektur+design gibt vorab einen Einblick auf die Rolle des Internets für ihr Unternehmen.

Frau Merten, bitte beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre Funktion.

Mein Name ist Anja Merten, ich bin 46 Jahre alt und habe zwei Kinder. Gemeinsam mit meinem Mann Roman bin ich Inhaberin im Büro merten architektur+design. Nach mehrjähriger Mitarbeit in Hamburger Büros, war ich im Bereich Public Relations tätig und verbinde nun beide Aufgabenfelder in unserem Büro. Und – ich bin begeisterte Internetnutzerin!

Für unsere Arbeit sind die Schaffung intensiver Architektur, von Gebäuden mit Gesicht und Seele sowie der kreative Umgang mit Materialien und Licht wesentliche Aspekte. Wir entwickeln und realisieren mit insgesamt sieben Architekten Konzepte für Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Büroräume und Kanzleien, öffentliche und private Bauvorhaben bis hin zu Industrie- und Parkhausbau. Dabei bewegen wir uns im Spannungsfeld von Bauherren, Budgets und Bauplätzen und gestalten die für alle Bedürfnisse optimal zugeschnittene Lösung – ganz gleich, ob Neubau, Umbau oder Sanierung bestehender Gebäude.

In welcher Form nutzen Sie das Internet für Ihr Unternehmen?

Für unsere Arbeit ist das Internet unverzichtbar und nicht mehr wegzudenken – die gesamte Projektkommunikation, der Datenaustausch mit Fachplanern und Firmen läuft digital. Das ist schnell und unkompliziert. Auch für die Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern ist es unersetzbar. Grundsätzlich beschleunigt es die Abläufe, bei Fragen, Änderungen und um Informationen zu erhalten. Zum Beispiel wenn wir Baustellenbilder mit Daten versehen und zur weiteren Bearbeitung ins Büro senden.

Und – es ermöglicht uns Arbeit und Familie zu verbinden, wir können beide überall arbeiten, jederzeit. Egal wo ich mich aufhalte – bin ich erreichbar und kann informiert oder gefragt werden. Was für andere oft eine Last ist, ist für mich die optimale Lösung zeitunabhängig zu sein.

Außerdem nutzen wir es für die Präsentation unserer Arbeit und somit natürlich auch zur Akquise – wir haben eine Internetseite – diese präsentiert unsere Arbeit auf sehr klassische Weise, mit möglichst professionellen Bildern und Projektdaten. Außerdem betreiben wir eine Facebookseite und einen Blog. Hier geben wir einen persönlicheren Einblick – in unsere Arbeit, aber vor allem in unseren Büroalltag. Wir zeigen hier Fachliches, Amüsantes, Auffälliges und wissenswert Aktuelles.

Und wir entwickeln gerade eine neue Idee- eine Kooperation mit Künstlern und Fotografen,- das ist aber eher eine zusätzliche Leidenschaft, -es ist erstaunlich wie viele Möglichkeiten das Internet bietet. Grundsätzlich ist uns wichtig unterschiedliche Internetnutzer anzusprechen. Der klassische Investor sucht nach anderen Informationen über seinen zukünftigen Architekten, als eine Familie die einmalig ihr Einfamilienhaus bauen möchte. Wir möchten jedem das zeigen, was er von uns wissen möchte und muss, um uns sein Projekt anzuvertrauen.

Wie profitiert Ihr Unternehmen durch das Internet?

Die Auffindbarkeit und Präsenz im Internet, aber auch in analogen Medien ist für uns wichtig. Weniger für die direkte Kundenkommunikation, auch, wenn wir durchaus Anrufer haben, die mit uns zusammenarbeiten möchten, weil Sie auf unseren Seiten etwas gesehen haben, das ihnen gefällt. Viel mehr möchten wir verschiedene Facetten des Bauens zeigen. Im städtischen Raum sieht man ja nur das fertige Gebäude. Aber im Internet können wir den Bauherren den Weg dahin, die Liebe zu unserer Arbeit und die vielfältigen Ideen und Lösungsmöglichkeiten die in den Projekten stecken näher bringen. Wir möchten Menschen für Architektur begeistern. Und so vielleicht auf die Idee bringen, selbst neu- oder umzubauen.

Indirekt profitieren wir auch persönlich – wir sehen die Projekte so oft und kennen Sie so gut, müssen und möchten aber wählerisch sein, was wir zeigen – so reflektieren wir unsere Arbeit nochmals neu. Und lernen und entwickeln uns weiter. Letztlich dient das Internet zum Erstkontakt. Überzeugen möchten wir durch unsere Arbeit.

Welche Risiken für Ihr Unternehmen bringt das Internet mit sich?

Da unsere Projekte zum Teil über Jahre entwickelt werden, kennen wir das Problem anderer Branchen, die sich über die wachsende Konkurrenz im Internet sorgen, weniger. Dazu gehen wir dann auch nicht ausreichend ins Detail. Es ist noch niemandem gelungen, ein Gebäude nachzubauen, weil er ein paar Fotos gesehen hat. Würde ein Kollege unseren Stil kopieren – und wir das merken – sähen wir das wohl eher als Kompliment.

Grenzen Sie sich mit dem Internet von Wettbewerbern ab?

Das ist nicht das Ziel unserer Außendarstellung.

Welche Rolle spielt das Internet für Ihr Geschäft am Wirtschaftsstandort Hennef?

Das Internet ist eine unkomplizierte und schnelle Möglichkeit sich über das Geschehen in der Stadt zu informieren und auszutauschen. Es ist für uns wichtig, auf dem Laufenden zu sein. Wir möchten an der Vielfältigkeit der Stadt teilnehmen und etwas dazu beitragen. Nicht nur, weil Roman Merten, anders als ich, aus Hennef kommt und schon seit mehr als 15 Jahren hier arbeitet. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt hier. Wir bauen in Hennef. Für Hennef(er).

Was erwarten Sie sich persönlich von den Hennefer Wirtschaftsgesprächen?

Mich interessiert der konstruktive Austausch und Kontakt zu Menschen aus Branchen, zu denen wir sonst wenige Anknüpfungspunkte haben. Diese Vielfalt bietet großartige Möglichkeiten für kreatives Querdenken.

Foto: privat

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