Leben

Bildungspatenschaften – auch ein Modell für Hennef?

Hand in Hand

Mit einem Antrag regt die SPD-Fraktion in Hennef die Einrichtung von Bildungspatenschaften zwischen Grundschulkindern und ehrenamtlichen Paten an. Als Vorbild soll ein ähnliches Projekt aus Bonn, bei dem Studenten Kinder aus Migrantenfamilien betreuen. In Hennef sollen im Rahmen einer solchen Patenschaft Schulaufgaben gemeinsam erledigt und Fragen zum (Schul-)Alltag beantwortet werden. Die SPD sieht dabei Vorteile für beide Seiten, da auch die Paten Erfahrungen sammeln und ihr Engagement einbringen könnten.

Dabei haben die Politiker keine Eins-zu-eins-Umsetzung des Bonner Modells im Sinn. „An dem Bonner Vorbild kann man sich sicher in bestimmtem Umfang orientieren, aber es sollte ein Konzept zugeschnitten werden auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse in Hennef,“ erklärt SPD-Ratsmitglied Hanna Nora Meyer. „Paten könnten natürlich auch in Hennef Studierende sein, aber auch Schüler, Auszubildende oder Renter könnten wir uns als Paten vorstellen. Wir wollen keine Personen ausschließen, die sich vorstellen könnten, eine Patenschaft zu übernehmen.“

Ursula Yogeshwar, Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendstiftung Hennef, begrüßt die Initiative grundsätzlich: „Die Begleitung und Betreuung von Kindern aus Migrantenfamilien – allerdings auch anderer benachteiligter Kinder – kann eine wertvolle Stütze für diese sein.“ Ihrer Erfahrung nach benötigt ein Projekt mit Ehrenamtlern eine zuverlässige und kontinuierliche Betreuung, die auch eine erste Einführung oder gar Schulung der Paten einschließt. „Sie haben Kontakt zu Familien, deren Verhältnisse und Lebensbedingungen nicht immer einfach sind und brauchen Unterstützung, um auch mit Fragen außerhalb der rein schulischen Betreuung angemessen umgehen zu können. Es braucht einen Ansprechpartner, der sich auskennt, beispielsweise Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen,“ erläutert Yogeshwar.

Eine entscheidende Rolle würden die Paten selbst spielen. „Ein ganz wichtiger Punkt ist die Zuverlässigkeit. Mancher überschätzt sich da und das kann zu großen Frustrationen auf beiden Seiten führen. Das muss allen Beteiligten klar gemacht werden,“ erklärt Yogeshwar. Die Auswahl geeigneter Paten könnten laut Yogeshwar Verantwortliche aus Schule und Jugendarbeit übernehmen.

Bei dem Bonner Vorbild übernimmt die Stadt die Kosten für die gemeinsamen Aktivitäten und deren Abrechnung. Meyer sieht auch hier Unterschiede für ein Hennefer Modell: „Eine Abrechnung würde wahrscheinlich nicht nötig sein, da die Paten ehrenamtlich tätig werden würden. Für den späteren Ablauf könnte man zum Beispiel eine Ehrenamtsagentur oder einen Verein einbinden.“

Foto: Jutta Rotter / pixelio.de

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